Der Schlaf sei das tägliche Brot deiner Seele, meinte schon der Arzt Carl Ludwig Schleich (1859-1922).
Doch wie viele Menschen müssen auf diese Stärkung verzichten, weil sie schlecht ein-, durch- oder
ausschlafen? Sie wachen morgens gerädert auf, fühlen sich nicht erholt und leistungsfähig und riskie-
ren auf Dauer psychische oder körperliche Erkrankungen. Der gesunde Schlaf ist ein ebenso wichtiges
wie komplexes Thema, das unsere Lebensqualität ganz entscheidend mitprägt, ja, im Grunde seine
Basis ist. Denn ohne erholsamen Schlaf fehlt uns nicht nur irgendetwas, sondern eine ganze Menge.
Das Phänomen Schlaf
Schlaf, was ist das überhaupt? Wer (noch) nicht von Schlafstörungen geplagt ist, macht sich darüber vermutlich erst mal wenig Gedanken. Es sei bis heute nicht restlos geklärt, wie wir einschlafen und warum wir schlafen, so Dr.Heimo Liendl. Der Leiter des Pulmologischen Schlaflabors der Privatklinik Graz Ragnitz definiert Schlaf auf der Verhaltensebene so: „Schlaf ist mit dem Tag- und Nachtrhythmus synchronisiert, die motorische Aktivität ist stark
herabgesetzt und nicht zielgerichtet und es kommt zu einer weitgehenden Entkoppelung der Wahrnehmungs-funktion von der Umwelt.“
Das heißt, dass die meisten Körperfunktionen heruntergefahren und das Bewusstsein ausgeschaltet werden. Dennoch findet in diesem Ruhezustand viel in uns statt. So verankern wir unter anderem am Tag Gelerntes und unser Unterbewusstsein verarbeitet die Eindrücke unserer Psyche. Dazu gehören auch die Träume. Kein Wunder also, dass das Phänomen Schlaf, jener Urzustand, in dem wir immerhin ein Drittel unseres Lebens verbringen, nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Dichter und Denker von jeher in seinen Bann gezogen hat.
„Der Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr“, fand der Philosoph Artur Schopenhauer (1788-1860) und sein Kollege Friedrich Nietzsche (1844-1900) riet gar:
„Allen aus dem Wege gehn, die schlecht schlafen und nachts wachen.“
Wobei schon allein das nächtliche Wachen einer genauen Betrachtung bedarf: Immerhin klagt rund die Hälfte der Deutschen über Ein- und auch besonders über Durchschlafstörungen.
„Neben Atemluft, Trinkwasser und Lebensmitteln ist Schlaf die elementarste Quelle unserer Gesundheit”

Dr. Rüdiker Dahlke, Autor und Schlafforscher

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